Last Minute – Eine Flucht ist keine Ferienreise

Mit lokal organisierten Anlässen in verschiedenen Städten und einer Plakatkampagne lud die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH zum nationalen Flüchtlingstag am Samstag, 17. Juni 2017 ein.


Reisen, Ferien und Fernweh und am Ferienziel dann endlich Entspannung, Luxus und für einen kurzen Moment der verwirklichte Traum eines besseren Lebens. Mit diesen Gefühlen spielten die Meisterwerke aus der Anfangszeit des Schweizer Tourismusplakates aus den 1930er Jahren. Der Illustrations- und Grafikstil der aktuellen SFH-Plakatkampagne für den Tag des Flüchtlinge nimmt Elemente dieser alten Reiseplakat-Kunst auf: Die stilisierte Bildwelt wird an die harte Realität von flüchtenden Menschen gekoppelt und erzeugt ein starkes visuelles Spannungsfeld. Heute transportiert der touristisch motivierte Traumverkäuferstil den Albtraum einer Flucht, den mittlerweile 65 Millionen Menschen weltweit erleiden müssen – manchmal mit tödlichem Ausgang.

«Unsere Sensibilisierungskampagne möchte aufrütteln: Die meisten Menschen nehmen mit der Flucht ein enorm grosses Risiko auf sich. Das machen sie nicht freiwillig, sondern aus grösster Not,» erklärt SFH-Direktorin Miriam Behrens. Unter ihrer Federführung hat das Grafikerbüro des Illustrators Christoph Frei die Bildsprache entwickelt. «Der Koffer ist das Symbol ihrer Fluchtgeschichte. Wer flüchten muss, reduziert seine Habe auf das Notwendigste und packt sie in einen Koffer. Oft wird der Koffer zu einem Bündel, zu einer Hosentasche…und enthält die ganze Hoffnung auf eine neue Existenz in Sicherheit. Wer das versteht, begegnet Flüchtlingen mit mehr Offenheit und Hilfsbereitschaft. Das wollen wir mit unserer Kampagne erreichen.»

Wie in den vergangenen Jahren leben die Flüchtlingstage von zahlreichen Aktivitäten unserer Partnerorganisationen in der ganzen Schweiz. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer organisierten auch 2017 rund 80 Anlässe. Sie boten an den Flüchtlingstagen die Möglichkeit zu Begegnungen zwischen geflüchteten Menschen und der einheimischen Bevölkerung.